Majestäten gebührend empfangen Kerweauftakt - Pfiffige Antrittsrede von Weinprinzessin Jana Ein Spabrücker Kerweauftakt nach Maß. Kein Wunder, denn die Naheweinmajestäten machten der Gemeinde ihre Aufwartung. Mit dabei natürlich die reizende Naheweinprinzessin Jana aus Spabrücken. Die von Ortsbürgermeister Dieter Roßkopf gestellten Fragen: “Wem ist die Kerb?" und„Wem ist die Jana?" folgte jeweils ein lautstarkes „Unser". Das voll besetzte Festzelt bebte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Spabrücker Bevölkerung mit ihrer charmanten Hoheit identifiziert. Und Jana trug mit ihrer pfiffigen Antrittsrede maßgeblich dazu bei. Spabrücken und Wein, wie geht das denn zusammen, mögen sich einige aus der umhegenden Winzerschaft gefragt haben. „Sehr wohl", sagte Ortsbürgermeister Roßkopf und klärte das staunende Volk und die Honoratioren aus dem Gräfenbachtal auf. Einst kamen die Römer von der Mosel über Kirchberg zu den Huben und sahen dort den an einem Südhang gelegenen „Hedesberg" und weiter im Tal den „Engelrech". So wurde Spabrücken schon früh zum Weindorf. Und es sei zu vermuten, dass auf diesem Wege der Wein über Dalberg nach Wallhausen gekommen ist. Wegen des großen Bedarfes an Messwein spielte die Reinheit schon immer eine Rolle. Auch die Mengenregulierung habe in Spabrücken schon immer funktioniert. So ist in der Wallfahrtschronik überliefert, dass im Jahre 1729 an 6208 Pilger 3104 Liter Wein ausgeschenkt wurden. In einer von Roßkopf improvisierten lustigen Weinprobe demonstrierte Prinzessin Jana ihren Weingeschmack und identifizierte zum Spaß Weine aus den Lagen 1948er Spabrücker „Engelrech" Auslese und einen 1946er Hedesberg Hochgewächs. Die Spabrücker Poetin Anna Marita Engel trug zu Ehren der Weinprinzessin ein Gedicht vor, in dem es um den letzten Spabrücker Weinberg von der Lage auf der „Hölle" ging. Von 1959 bis 1994 wurde dort von Josef Spura Wein angebaut und aus dem letzten dort gelesenen Wein überreichte Tim- Anton, der Urenkel von Spura, der Spabrücker Naheweinprinzessin Jana eine von noch zwei vorhandenen Flaschen: einen 1994er Müller-Thurgau. In Anbetracht eines nicht mehr vorhandenen aktuellen Spabrücker Weines wurde von Alexandra Sander ein Trauben-Spekulatus-Gelee kreiert und an die Majestäten überreicht. Freudentränen kamen der Weinprinzessin, als plötzlich und ganz überraschend aus Thüringen angereist, ihre Familie im Zelt stand und sie in die Arme schloss. tom |