01 Wappel sehr klein

     Soonwaldgemeinde Spabrücken
         
anerkannter Lufterholungsort im Naturpark-Soonwald-Nahe

Hahn Jetzt erzähle ich, der Kirchenhahn
Unser ganzer Stolz, unser Wahrzeichen, die Wallfahrtskirche „Maria Himmelfahrt“ kann man schon von weitem sehen. Was man leider nicht sehen kann ist unser gesundes Klima, wir sind schließlich anerkannter Lufterholungsort. Immer eine Reise wert, so sagen auf jeden Fall die Spabrücker.
                                        Besucht mich doch einmal.

                                        Na klar,  das ist eine Einladung.
Einer meiner Vorgänger, der noch auf dem Boden lebte, berichtete mir, dass bereits im Jahr 1170 Leute in Spabrücken wohnten. Seinen Durst löschte er immer an einem kleinen Rinnsal in der Nähe einer Spachbrucken im “Überdorf”.
Da ist auch unser Name her - Brücke aus Spachen (Reisigbündel)
Heute nennen wir uns ganz vornehm „Spabrücken“.
Bereits im Jahr 1359, den 17ten octobris bekam ich meinen Ehrenplatz auf dem ersten Kirchturm der „Capella“ des dalbergischen Ortes „Spachbrücken“.
Die Ruhe war schnell vorbei, unsere Muttergottes vom Soonewalde sorgte dafür, dass die Spabrücker schon von Früh her von vielen Wallfahrtsleuten und Gästen besucht wurden.
                                                Also, das Grüßgott kommt nicht von ungefähr.
Die gute saubere Luft sorgt seit jeher schon dafür, dass ich auch unsere Ortsteile, die Ober- und Unterhub, die Gräfenbacherhütte, den Aschbornerhof und die Pfeffermühle immer gut im Blick habe. 
Auch das Klosterleben bin ich seit jeher gewöhnt. Beim Kirchenbau so kann ich berichten, haben die Franziskaner schwer mitgearbeitet. Auch Ordensschwestern habe ich viele gekannt. Ihr tägliches Brot haben diese sich mit der Pflege alter Menschen und der Betreuung des Kindergartens verdient. In besonderer Erinnerung sind mir die beliebten Krankenschwestern mit ihren heilsamen Diensten geblieben. Ich darf gar nicht daran denken, dass unsere Muttergottes auf ein Feuer geworfen wurde. In letzter Minute konnte man sie retten. Die Brandflecken hat sie ja heute noch. In den letzten Jahren wurde mir noch zweimal ganz schön mulmig. Zuerst ist das Schwesternhaus abgebrannt und hat mich eingenebelt, dann hat mich ein Blitz getroffen, den ich gerade noch auf eine Nachbarscheune ablenken konnte. Der halbe Ort war mit Feuerlöschern unterwegs. Zitternd habe ich nach allen Heiligen gerufen. Im Nachhinein denke ich, dass sie es war; es ist alles gut gegangen.
Aber vergessen wir das und sehen doch mal, was heute so alles im Dorf los ist.
Ja, ja, für Essen und Trinken, feiern, musizieren und singen und das berühmte „dischpudiere“ haben die da unten schon immer viel Zeit geopfert.
Doch eins muss ich „uns“ Spabrückern  ja lassen, wenn unter mir die Glocken bimmeln, dann gibt es immer noch ganz schön Bewegung im Ort.
Meine neuesten Untermieter sind die Brüder und Schwestern vom gemeinsamen Leben.
Als diese in unsere Pfarrei kamen war für mich das ruhige Leben ganz vorbei,
Psst, Sie wissen, immer bimbam.

Euer Kirchenhahn                                                  dr  

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